Donnerstag, 21. Dezember 2017

Wunderbare Weihnachtszeit



Allüberall auf den Tannenspitzen
Sah ich goldenen Lichtlein sitzen.
Und droben aus dem Himmelstor
Sah mit großen Augen das Christkind hervor ...

(Theodor Storm)




 Jetzt ... einfach mal innehalten.
Jetzt ... den Computer ausschalten und geschlossen lassen.
Jetzt ... im Nieselregen oder Schnee spazieren gehen.
Jetzt ... Bratäpfel machen.
Jetzt ... Drei Nüsse für Aschenbrödel gucken, meinetwegen auch mehrmals.
Jetzt ... mal etwas Neues, Ungewöhnliches, Aufwendiges kochen, das viel Zeit in Anspruch nimmt.
Jetzt ... den Kinder mehr als mit halbem Ohr zuhören.
Jetzt ... einfach nur auf dem Sofa liegen und nichts machen. Gar nichts!
Jetzt ... Spiele spielen.
Jetzt ... Zimtsterne essen und Weihnachtstee trinken.
Jetzt ... allen lieben Menschen Frohe Weihnachten wünschen.
Jetzt ... wunderbare Bücher und Geschichten lesen ...




 ... beispielsweise die von

Weihnachten bei Oma Lotti


„Möchtest du eine heiße Schokolade?“ Oma Lotti lächelt Tom an.
Tom schüttelt den Kopf und schweigt.
„Vielleicht ein paar Plätzchen? Oder ein Stück Christstollen?“
Mürrisch presst Tom die Lippen aufeinander.
„Na gut.“ Oma Lotti zuckt mit den Schultern. „Dann setze ich mich jetzt einfach auf mein Kanapee und warte. Aber vorher hole ich noch Proviant. Den werden wir sicher brauchen.“
Tom verdreht die Augen. Kanapee! So ein blöder Ausdruck für dieses riesige, alte, zerschlissene Sofa. Bestimmt ist es total unbequem. Wahrscheinlich auch voller Motten. Und wozu braucht man Proviant, wenn man nur rumsitzt und sich anödet?
„Fröhöhliche Weihnacht überall … .“
Singend balanciert Toms Oma zwei Tassen dampfenden Kakao und einen Teller mit Weihnachtsplätzchen durchs Zimmer. Sie stellt beides auf ein Tablett mitten auf ihr breites, mit rotem Samt bezogenes Sofa, und setzt sich daneben. Tom beobachtet sie aus den Augenwinkeln. Eigentlich sieht das gar nicht so unbequem aus. Er leckt sich die Lippen. Hunger hat er auch. Aber er kann sich nicht einfach zu Oma Lotti setzen, das geht nicht. Denn Tom ist sauer. Stinksauer.
 „Tom?“ Oma Lotti schiebt sich einen Zimtstern in den Mund. „Du darfst deinen Eltern nicht böse sein, dass sie an Weihnachten eingeladen sind! Onkel Bill wird sechzig, da möchten sie dabei sein. Komm endlich her, du Sturkopf. Ich verspreche dir, dass es nicht langweilig wird.“
Oma Lottis Wangen glühen. Rote Apfelbäckchen, denkt Tom. Sieht nett aus. Eigentlich mag er seine Oma richtig gern, aber muss er unbedingt die Weihnachtstage bei ihr verbringen? Wo so tolle Filme im Fernsehen kommen! Und zu Hause sein neuer Computer wartet, den er an Heiligabend bekommen hat!
„Tom?“ Oma Lotti seufzt. „Ich warte.“
Betont langsam schlurft Tom los und hüpft schwungvoll auf das Kanapee. Erstaunt sieht er Oma Lotti an. Oh! Ist das aber gemütlich! Tom kuschelt sich an die Lehne. Fast so weich und warm wie in seinem Bett.
 Oma Lotti reicht ihm eine Decke. „Kann es losgehen?“
Losgehen? Was denn? Gerade will Tom fragen, was Oma damit meint, da ruckelt und ächzt und knarzt das Kanapee. Als Tom nachsehen will, ob bei seinem Sprung etwas kaputt gegangen ist, hält er den Atem an. Unter ihm ist kein Dielenboden mehr. Um ihn herum ist auch kein Haus. Stattdessen fliegt er mit Oma und ihrem Sofa über weites, weißes Land. Ein eisiger Wind zischt ihnen um die Ohren, dichte Schneeflocken wirbeln vom Himmel. Nur auf dem Kanapee ist es mollig warm und gemütlich.
„Unter uns liegt das Land der Schneehasen“, beginnt Oma Lotti zu erzählen.. „Es ist auf keiner Landkarte der Welt verzeichnet. Nur wenige Menschen wissen davon. In diesem Land lebt auch der Weihnachtsmann. Beinahe das ganze Jahr über arbeitet er hier, um die Geschenke für die Kinder herzustellen. Und die Schneehasen helfen ihm dabei. Sie sind sehr geschickt. Ihre Werkstätten sind über das Land verteilt. Sieh doch mal, wie es aus den Schornsteinen dampft und qualmt.“

Vorsichtig beugt sich Tom über den Rand des Kanapees. Tatsächlich! Brauner Rauch steigt aus einem Kamin und es duftet nach …

..
... wie es weitergeht, könnt ihr nachlesen in:
Das Große Vorlesebuch für Weihnachten, Carlsen Verlag

Wundertütentage wünscht
Frau Rose

Donnerstag, 23. November 2017

Einhorn-Party!



Einhörner bestimmen die Spielzeug- und BuchregaleMan kommt einfach nicht an ihnen vorbei. Aber warum auch? Die Kinder lieben sie. Auch meine. Und wenn es doch so ist, warum also nicht den wunderbarsten Einhorn-Geburtstag feiern und damit einen großen Kinderwunsch erfüllen?



Natürlich gehört die entsprechende Dekoration dazu: ganz viele Einhörner ...









... und am besten eine coole Einhorn-Girlande. Selbst gemacht aus buntem Papier mit beglitzertem Horn. Gemeinsame Bastelzeit in der Familie - allein dafür lohnt sich der Aufwand!
(Das Foto ist nicht so gut geworden, aber wie es richtig geht, steht im Bastelbuch, das ich am Blogende vorstelle).




Auch das Essen kann komplett einhörnig sein. Einhornplätzchen, Einhornkuchen. Das ganze Programm eben ... 







Sieht nach jeder Menge Arbeit aus ... und ist es auch. Aber es lohnt sich! Wenn man die Kinder einbezieht, macht es auch - im wahrsten Sinne des Wortes - tierisch viel Spaß. Auch bei den Spielen haben wir uns jede Menge überlegt:

- Statt Ochs am Berg spielten wir Einhorn am Berg
- Statt Eierlaufen trugen die Kinder kleine Einhörner auf Löffeln über den Parcours
- Aus Topfschlagen machten wir Futtersuche fürs Einhorn ...
- und schließlich gab es für jedes Kind noch ein Einhorn-Bügelperlen-Set ... 



... das die kleinen Gäste zum Abschluss der Einhorn-Party begonnen und dabei eine CD gehört haben. Die Geschichten von Rosalie und ihrem Einhorn.


Hier noch das hilfreiche Bastelbuch, dem ich einige Tipps entnommen habe:


Verlagsgesellschaft Naumann & Göbel



   Wundertütentage wünscht
    Frau Rose





Donnerstag, 19. Oktober 2017

Zauberhaftes Kochen mit Kindern

 

Ich freue mich!
Ich freue mich darüber, dass die Kinder, denen ich auf meiner derzeitigen Lesereise (sorry, deshalb auch die etwas längere Pause :-) aus meinem neuen Buch "Camillas geheime Zauberküche" vorlese, so viel Spaß daran haben. 



Den Kinder gefällt nicht nur die Geschichte, sondern - und das überrascht mich - fast alle haben Spaß am Kochen!
Sie interessieren sich für die Gewürze aus aller Welt, die in Camillas Koffer stecken ...



... sie fragen neugierig danach, was Koriander oder Ingwer ist, möchten genau wissen, wofür man Basilikum oder Chili verwenden kann. 
Apropos Chili:  Die trägt nicht nur Camilla, die zauberhafte, magische Köchin in meinem Buch ...


... Chili ist auch der absolute Hit in der Lieblingsszene der Kinder: 
Missi, die Hauptperson in der Geschichte, will in der Schulküche Pfannkuchen zubereiten. Leider hat ihr Papa, Chefkoch Hannes Zuckerschwert - verpeilt wie er nun mal ist -,  Missi eine komplett falsche Zutat mit in die Schule gegeben. Megascharfe Chili, in feine Stückchen geschnitten, statt feiner Früchte. Was für ein Glück ... oder was für ein Pech, dass Missis Lehrer Herr Hoppenlau die erste Portion von Missis scharfen Pfannkuchen probiert: 


Hier der entsprechende Auszug aus dem Buch:

"Lächelnd schnappte sich der Lehrer einen Zahnstocher vom Teller. Er steckte das Pfannkuchenröllchen in den Mund und kaute energisch. Missi beobachtete ihn genau, und auch die anderen Schüler sahen ihrem Lehrer interessiert zu. Herr Hoppenlau starrte erst auf den Zahnstocher in seiner Hand. Dann auf den Teller mit den Röllchen. Dann auf Missi.
"Und?", fragte sie.
"Öchz." Herr Hoppenlau schluckte.
"Öchz?" Missi lächelte zaghaft.
Herr Hoppenlau deutet auf seinen Mund. "Chuuuuah!"
"Chuuuuah?", wiederholte Missi. "Was meinen Sie damit?"
In diesem Moment wich sämtliche Farbe aus Herrn Hoppenlaus Gesicht. Von einer Sekunde zu anderen wurde er erst aschfahl. Dann mausgrau. schließlich leicht grünlich.
Wie ein vermoderter Pilz sieht er aus, schoss es Missi durch den Kopf ... "

(Copyrigth: Oetinger Verlag/ Barbara Rose)

Der arme Herr Hoppenlau! Aber er gibt mir genug Anlass, um mit 
den Kinder übers Kochen zu sprechen. Sie diskutieren mit mir über Rezepte, erzählen von ersten Erfolgen beim Kochen. Aber manche berichten auch, dass sie noch nie mit den Eltern, geschweige denn allein etwas gekocht haben. Noch nicht mal Rührei!
Ob wir den Kindern manchmal einfach zu wenig zutrauen


Wundertütentage wünscht
Frau Rose


Montag, 28. August 2017

Der Zauber der letzten Sommertage


Tagsüber Sommer mit Hitze, Leben im Freien, Schwimmen, großartigen SonnenuntergängenIn der Nacht bereits Herbst. Das ist der September
So langsam geht der Sommer zu Ende. Die Natur gibt noch einmal alles.  Farben leuchten so strahlend wie nie.
Höchste Zeit, um den Zauber der letzten Sommertage zu genießen.



Die beginnende Herbstfärbung, der erste Morgennebel, die Frische, mit der die Luft erfüllt ist, machen Lust auf die kommende Jahreszeit. Zum Zauber der letzten Sommertage passt ein Picknick mit Freunden oder der Familie, eine ausgedehnte Wanderung, eine Bootstour. 




Jetzt beginnt die Haupterntezeit für Äpfel und anderes Steinobst. Ob ein Apfel reif ist, merkt man, wenn er sich schon bei leichter Drehung vom Baum löst. Das passende Rezept für die letzten Sommertage

Apfel-Crumble:

150 g Butter langsam in einem Topf schmelzen lassen. 225 g Mehl, 75 g gehackte und 75 g gemahlene Haselnüsse, 130 g Zucker und eine Prise Salz mischen. Die abgekühlte, flüssige Butter dazugeben und die Mischung zu Streuseln verrühren. Den Backofen auf 180 Grad (Umluft) vorheizen. 1 kg säuerliche Äpfel schälen, entkernen und in kleine Stücke schneiden. Die Apfelstücke mit 2 El braunem Zucker und 1/4 Tl gemahlenem Zimt mischen. Eine Auflaufform mit Butter ausstreichen, die gezuckerten Äpfel hineingeben und mit den Streuseln bedecken. Im vorgeheizten Backofen 35-40 Minuten goldbraun backen. So schmecken Spätsommer und Frühherbst!



Der Zauber der letzten Sommertage steckt auch in den Abenden. Das Sonnenlicht ist jetzt besonders mild. Wenn es ruhig und kühler ist, kann man in manchem Garten die Igel rascheln hören. Große und kleine Wildtiere auf ihrer letzten sommerlichen Erkundungstour. 

Fritz Stachelwald

Bei Nacht und Nebel durch den Park
marschiert der Polizist Hans Stark.
In einem Strauche rührt sich was.
Ein Niesen, Schnaufen. Was ist das?
"Heraus!- Ich schieße! - Wird es bald?"
Zum Vorschein kommt Fritz Stachelwald.
"Ach Igel, du streifst noch herum?
Das darfst du gern. - Entschuldigung!"

(Josef Guggenmos)


Wundertütentage
wünscht Frau Rose

Donnerstag, 27. Juli 2017

Survival Training


Die letzte Lesung ist vorbei. 




Kinder, Schulen, Büchereien, Veranstalter verabschieden sich in die Sommerpause.

Lesungsfreie Zeit. Bis in den Herbst hinein.
Schreibzeit.
Endlich!

Ich atme auf.
Obwohl ich wirklich gern vorlese, genieße ich es auch, mal nicht durch die Lande zu reisen. Inzwischen Routine, aber ich erinnere mich immer noch bestens an meine Anfänge. Und noch immer ist Lesen manchmal ...

Survival-Training!




„Guten Morgen, Frau Rose. Ich bin Frau Müller, ich rufe von der Grundschule … an. Sie lesen? Vor Kindern?“, fragt mich die freundliche Lehrerin am Telefon. "Also ... auch vor Jüngeren? Um nicht zu sagen ... vor den Jüngsten?"

Ich bin leicht irritiert, denn würde ich nicht lesen, hätte ich mich wohl nicht auf die Autorenliste setzen lassen, die an Schulen verschickt wird. An Schulen, die einen Autor suchen, der den Schülern vorliest.

„Jaha“, erkläre ich etwas gedehnt, weil verschüchtert, denn es ist meine erste Schullesung, und ich will nett und freundlich rüberkommen.

„Sehr gut, sehr gut“, sagt die Lehrerin. „Ich habe mir Ihre Bücher im Internet angesehen. Wir nehmen das Dings mit dem Mädchen und der Mutter. Sie wissen schon.“

Oh, sehr konkret gesagt, denke ich. Aber das sage ich nicht, denn ich will ja - wie schon erwähnt - nett und freundlich rüberkommen.

„Mein Buch Ich tausche meine Mama um. Meinen Sie das?“

Jaja“, erklärt die Lehrerin. „Meinetwegen. Ja, ich glaube schon. Auf jeden Fall sollen Sie vor der Klassenstufe 1 und 2 lesen … "
Schweigen.

„Hallo?“, frage ich ins Telefon. „Sind sie noch da?“

„Bin ich", antwortet Frau Müller. "Haben Sie mich auch gut verstanden? Ich sagte Klassenstufe 1 und 2 …!"
Erneutes Schweigen. 
Frau Müller räuspert sich. "Und? Frau Rose?"

Ich raufe mir am Telefon die Haare. Verdammt. Ich ahne, dass ich gerade die geheimen Signale der Dame nicht richtig zu deuten vermag. Klassenstufe 1 und 2, muss ich mich da fürchten? Fressen Kinder Autoren? Oder ihre Bücher? Oder muss ich jetzt ein lustiges Gedicht aufsagen, damit die Lehrerin weiß, dass ich geeignet bin. Oder …?

„Gut. Dann ist das ja klar. Wir bereiten eine kleine Gruppe für Sie vor, das Honorar steht fest. Montag dann um 8 Uhr, die Adresse schicke ich noch. Wollen Sie Bargeld oder stellen Sie eine Rechnung.“

Fangfrage, was? Ups, darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Schleppen Autoren immer Koffer voll Bargeld durch die Gegend, um die verdienten Millionen später auf schwarze Konten zu transferieren? Eigentlich hatte ich mir so ein schönes Rechnungsformular gebastelt, aber vielleicht ist das unprofessionell? Oder eher sehr professionell?

„Ich … äh … stelle eine Rechnung. Wie immer.“
Yes! Bin ich aber locker drauf!
Kommt alles von meinem Lebensmotto: Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit.Wirkt super. 
Die Lehrerin verabschiedet sich höflich und legt auf. 
Mein T-Shirt ist tropfnass, aber ich habe meine erste Schullesung eingetütet. 
Bingo.



 Zwei Wochen später fahre ich in der Grundschule vor. Mein Buch habe ich unter den Arm geklemmt, ich bin vorbereitet. Als ehemalige Radiosprecherin ist es ja sowieso fast ein Klacks für mich, vorzulesen.

Als ich an der Turnhalle vorbei laufe, dröhnt ohrenbetäubendes Schreien daraus. Ach nett, denke ich noch, die Kinder tollen hier richtig herum. Schön, sicher so eine dieser bewegten Schulen, wie das jetzt heißt.

Im Sekretariat versuche ich die nette Dame, die mit Kopfhörer vor dem Computer sitzt, durch Blickkontakt auf mich aufmerksam zu machen. 
Ohne Erfolg. 

Ich klopfe ein kleines bisschen auf die Theke, denn ich will ja nett und freundlich rüberkommen. 
Sie hört mich nicht. 
Ich winke, lächle, huste, sehe auf die Uhr, winke noch einmal.
Sie hört mich nicht.
Ich hüpfe wie Rumpelstilzchen auf und ab, in der Hoffnung, dass sie mich bemerkt. 
Tut sie aber nicht, und die Zeit rennt! 
Entschlossen stelle ich mich hinter sie und tippe ihr sachte auf die Schulter.

Hilfe! Haben Sie mich aber erschreckt. Also so geht das nicht, meine Dame. Wenn alle Eltern hier hineinplatzen und mich bei meiner Arbeit stören würden, wo kämen wir denn da hin?“
„Ich bin aber keine Mutter, ich …",  fange ich höflich an.

„Mutter, Tagesmutter, ganz egal. Wir haben Bürozeiten, und die stehen vorne an der Tür.“
„Aber …“
Kein Aber!“
"Ich kann mich nicht an die Bürozeiten halten, denn ..."
"Typisch! Das sagen sie alle. Aber wozu sind Bürozeiten denn da, wenn sich keiner daran hält?"
"Aber ..."
"Kein Aber habe ich gesagt!"
„Ähm. Ich bin doch die Autorin!

Sie mustert mich streng. „Wieso haben Sie das denn nicht gleich gesagt? Kommen Sie, die warten schon längst, ist ja auch schon reichlich spät.“
Ich nicke verschüchtert und laufe der beschäftigten Dame hinterher. Quer durch das Schulhaus Richtung … Turnhalle.

„Äh, wie viele Kinder sind es denn?“, flöte ich sanft.
140, ein paar sind krank geworden“, erklärt die Sekretärin und hält mir die Tür auf. „Alles Klassenstufe 1 und 2. Wir haben ewig gebraucht, bis wir jemand gefunden haben, der für dieses Alter lesen möchte. Na, Sie sind ja echt mutig. Leider hat kein Lehrer Zeit, um dabei zu sein. Ist ja aber auch ein Kinderbuch, nichts für uns Erwachsene. Sie schaffen das schon. Und bitte - Tür zulassen, wir wollen unsere Ruhe haben. Wir müssen schließlich arbeiten.
Viel Spaß!“





Wundertütentage
wünscht Frau Rose

Dienstag, 13. Juni 2017

Geheime Zauberküche für Kinder

Die Pause war lang ...



... aber dringend nötig.

Denn in der Zwischenzeit habe ich Rezepte gesammelt, Tische gedeckt und zum Essen eingeladen. Vor allem aber habe ich gekocht. Hauptsächlich mit Kindern!
Das Ergebnis dieser Arbeit darf ich nun endlich vorstellen:

Magisch wie Mary Poppins, genial wie Jamie Oliver (schreibt zumindest der Oetinger Verlag :-) und mit tollen Rezepten zum Nachkochen als Extra! 


Worum es in dem Buch geht?

Kochen ist doch keine Kunst, oder etwa doch? Der Gasthof `Zur Linde´ steht kurz vor dem Aus, denn Missis Vater ist als Koch eine allzu experimentierfreudige Niete. 
Rettung naht in Gestalt der ziemlich ungewöhnlichen Tante Camilla. Mit ihrem geheimen Kochbuch zieht sie direkt bei den Zuckerschwerts ein. Sie weiht Missi und ihren Freund Theo in die Magie des Kochens ein. Und als sich herumspricht, dass Camillas Kochkünste wahre Wunder bewirken können, füllt sich der Gasthof endlich wieder mit Leben. Ob Camillas Kochkünste auch Theos Eltern helfen können, die sich ständig streiten? 



Wer mit Kindern kocht oder einfach nur ein gutes Essen zubereitet und den Tisch schön deckt, der merkt es sofort: Kochen hat eine enorm entspannende und beruhigende Wirkung. Außerdem kann man sich in schöner Atmosphäre ganz wunderbar unterhalten. 




Gerade für das Kochen mit Kindern gibt es jede Menge Tricks und Kniffe, Geheimnisse und Überraschungen. Für mein neues Buch habe ich Kochbücher gewälzt, Rezepte aus der ganzen Welt zusammengetragen und nachgekocht. Ich habe Kräuter, Gewürze, Obst und Gemüse aus allen Kontinenten und in allen möglichen Zubereitungsformen probiert. Herrlich!



Ich beginne mit einem ganz einfachen, leckeren Rezept. Ideal zum Nachmachen für Familien oder größere Kinder:

Der sommerleichte Tomatensalat
aus Camillas geheimer Zauberküche:

Rote Tomaten kennt jeder. Aber wusstet ihr, dass gelbe Tomaten viel weniger Säure als die beliebten roten Kirsch- und Cocktailtomaten haben? Außerdem schmecken sie wunderbar!

Rechnet bei diesem Rezept pro Person mit etwa vier Tomaten. Schneidet diese in Würfel oder Scheiben, ganz wie ihr möchtet. 

Zur Abwechslung gibt es ein leichtes Salatdressing ohne Essig:
Dazu 1-1,5 El Olivenöl, einen halben El Zitrone, einen halben El Honig, Salz und weißen Pfeffer (für Kinder besser geeignet, da er nicht so auffällt!) in einer Schüssel verrühren. Die Tomaten dazugeben. Erst kurz vor dem Servieren den Salat vermischen. Wer mag, streut noch frischen Schnittlauch darüber. 

Bald mehr aus Camillas geheimer Zauberküche!

Wundertütentage
wünscht Frau Rose