Montag, 26. September 2016

Zwei Welten? Jungs und Bücher

"Haben Sie auch Bücher für Jungen? Sie wissen schon. Die sind so ... schwierig. Also ... so anders eben als Mädchen."
Mit zitternder Stimme trägt mir der Veranstalter sein Anliegen vor. Herbstzeit ist Vorlesezeit. Und in meiner nächsten Lesung sitzen - jetzt bitte ganz stark sein! - auch Jungen
Kerle. Burschen. Bengel. 

Ach. Wer hätte das gedacht? Mal ganz was Neues ... 
"Kein Problem", knurre ich lässig und sehr, sehr cool. "Nennen Sie mich Django, wahlweise auch Johnny Cowboy!"


Copyright und Illustration: Stefanie Jeschke/Coppenrath Verlag aus "Johnny Cowboy"

Showdown!


Die typische Szene in jedem echten Western: eine staubige Straße, trockene Sträucher wirbeln durch die Luft, im Hintergrund läuft Spiel mir das Lied vom Tod. Rechts im Bild klappert die Tür des Saloons, links im Bild wirft sich gerade ein Cowboy zum Schutz hinter eine Wassertonne. Die Straße ist menschenleer.
Bis auf die fiesen Banditen und ... mich!

Genau wie in diesen Western komme ich mir manchmal vor, wenn ich vor Schulklassen, auf Lesefesten, in Büchereien oder Buchhandlungen  lese. Überall das gleiche Bild:  Lässig und betont cool gleiten die Cowboyjungs in den vorderen Reihen immer tiefer in ihre Sitze, schieben die Hüte in die Stirn und pusten noch ein letztes Mal über ihren Colt. 

Zieh, Django!

Okay, ja, Mädchen gibt es auch, aber die sitzen zum Großteil völlig entspannt auf ihren Stühlen und warten ab, was kommt. Und dann ziehe ich … mein Buch aus der Tasche. 
Bleibe mitten vor den Zuhörern stehen. Erzähle erst ein bisschen, wenig über mich, über mein Buch und beginne zu lesen. Ich brülle und kichere, lache, flüstere, hauche und bemühe mich, jeder Person im Buch ihre Stimme zu geben. Ich bin mir für nichts zu doof, gestikuliere, trample wie ein Bison, hüpfe wie eine Heuschrecke oder schleiche von einer Seite zur anderen, immer mit Blickkontakt zu meinen Zuhörern. 

Zwischendurch stelle ich Fragen, überlege gemeinsam mit allen Cowboys und Indianermädchen, wie es weitergehen, was die Lösung des Problems sein könnte, wieso sich der Protagonist so und nicht anders verhält. Jeder darf zu Wort kommen, darf sich einmischen, darf mitreden. 

Bingo! 
Mit jeder Stelle, die ich lese, merke ich, wie sich die Jungs entspannen und gebannt zuhören. Geht doch! Ein bisschen ist es wie ein Ritt durch die wilde Prärie. Nur nicht aufgeben, nur nicht vom Pferd fallen, das kriegst du hin!
Dann der Schluss. 

Showdown. 

Die Cowboys nicken lässig und greifen nach der Autogrammkarte. War cool, danke, bis die Tage! 
Ich tippe mir an den Hut, sattle mein Pferd und galoppiere wieder los. Es gibt noch jede Menge zu lesen im Wilden Westen
Vor allem vor Jungs!


Wundertütentage
wünscht Frau Rose

Montag, 19. September 2016

Think pink!

Kurz bevor die ersten Lebkuchen viel zu früh in den Geschäften zu Weihnachtsabschreckungstürmen gestapelt werden. Wenn sich die Menschen schon mit dem ersten kühlen Morgen unter Olivgrün, Schwarz und Braun verstecken. Wenn sich wieder ein Grauschleier über die Stadt legt (Do you remember? Das war ein Lied!) gebe ich noch einmal alles:
Ein Bad in Pink!


Foto und Copyright: Claudia Gattenlöhner / http://www.gattenhaus.com/

So schnell will ich den Sommer nämlich nicht ziehen lassen. Ein bisschen möchte ich ihn noch konservieren. Den Düften von frischen Kräutern, viel zu teurem Sonnenöl und Aperol nachspüren. Dem Geschmack von verkokelten Grillwürstchen (Männer am Feuer, puh!) nachweinen, Farben im Kopf nachleuchten lassen. 


Think pink!




Ein bisschen Boho, ein bisschen Scandi, einen Hauch Exzentrisch oder mit viel Humor. Hauptsache knallig pink! Wohl dosiert natürlich, nur so entfaltet es bei der Einrichtung die volle Wirkung. Zu viel Pink wirkt ganz schnell doof und billig. Am besten ein schönes Stück mit viel Weiß mischen. 



Dem Sommer nachspüren, bis sich Frostbeulen an den nackten Füßen bilden. Bis sich die Nachbarn ziemlich deutlich wundern, dass man zwar bibbernd, aber immer noch in Flip-Flops und mit Schlafshorts die Morgenzeitung aus dem Briefkasten fischt. Erst dann kann ich zu Mausgrau, Olivgrün und Braun wechseln und die Kürbisse im und vor dem Haus dekorieren. (Auch sehr schön! Davon demnächst mehr.)
Aber so lange muss der Herbst noch warten!


Wundertütentage
wünscht Frau Rose

Montag, 12. September 2016

Das wahre Leben der Frau Rose


Eine typische Gesprächssituation:

"Und was machen Sie so?"
"Ich schreibe Geschichten."
"Ach, nett. Ich meinte aber: was machen Sie so beruflich?"
"Ich schreibe Geschichten. Ich bin Kinder- und Jugendbuchautorin."
"Ja, toll ... äh ... aber kann man davon leben?"
Mal sehen ...







Ich bin Kinderbuchautorin
Mein Tag beginnt um neun Uhr dreißig. Mein Mann hat unsere vier Kinder schon in die Schule und den Kindergarten verfrachtet, die Haushälterin serviert Frühstück ans Bett. Etwas Leichtes, Obst und ein Gläschen Champagner. Mit den ersten Schlucken des perlenden Getränks sprudeln die Ideen. Ich schlüpfe in meinen Hausanzug aus Kaschmir, husche ins Büro, an den Computer. Schnell achtzig Seiten Kinderbuch geschrieben, oha, heute habe ich einen besonders guten Lauf, also noch vierzig Seiten Jugendbuch hinterher. Heissa! 
Mittags bereitet der japanische Koch ein köstliches Essen aus Seetang und Fisch zu, das regt die Kreativität an. Mein Chi fließt wie bekloppt. Während sich das spanische Au-pair-Mädchen um die Hausaufgaben kümmert, Vokabeln abfragt, mit den Kindern Violine und Klavier übt, beantworte ich Berge von Fanpost und noch mehr Mails. Zwischendurch surrt das Smartphone. Meine Agentin berichtet vom Kinderbuchpreis XY, für den ich nominiert wurde. Du liebe Güte, schon wieder ein neues Abendkleid, immer dieser Stress! Wo habe ich nur die Nummer von meinem Personal Shopper? Als mich der Chauffeur wieder nach Hause bringt, ist gerade der Banker am Telefon. Die Konten laufen über, wir hätten doch neulich diese Wohnung in St. Tropez im Auge gehabt? Ich stimme dem Kauf zu, greife erschöpft nach Gala und Bunte und erquicke mich bei einer Klangschalenmassage. Nebenbei werden die Kinder abgetragen. Küsschen! So langsam fallen mir die Augen zu und ...
6:30. Der Wecker klingelt. Der Wecker? Wie bitte? Sechs Uhr dreißig? Ich bin Kinderbuchautorin! He! Mein Mann tätschelt mir mitfühlend den Rücken, sein Blick sagt alles
Na, Schätzchen, wieder mal geträumt ...


(Copyright: Barbara Rose)





Wundertütentage
wünscht Frau Rose

Montag, 5. September 2016

Der erste Schultag

Der erste Schultag.
Aufregung. Bauchschmerzen. Freude. Spannung.
Wer kennt das nicht
Die Schultüte prall gefüllt, das Herz klopft bis zum Hals.
Vom Kindergarten-Mini zum Schulkind.
Eine großer Schritt im Leben!

Bildausschnitt vom Album: `Mein erster Schultag mit Felix´ von A. Langen und C. Droop / alle Rechte: Coppenrath Verlag

So geht es auch Ludwig, dem Schulkind aus meinem Buch 
`Viele schöne Schulgeschichten´.

Illustration: Yayo Kawamura in: "Viele schöne Schulgeschichten" / Kerle Verlag

Ludwig ist fünf. 
Fünfdreiviertel. 
Und somit im besten Schulalter. Auch wenn in der Schule nicht immer alles glattgeht und die Lehrerin Frau Grünlich, die eigentlich Wizorski heißt, hin und wieder fast an der Decke hängt - Ludwig hält seine ersten Schulmonate doch für sehr gelungen. Er findet Freunde, bringt seinen Laubfrosch Luis mit in den Unterricht, wird in eine Prügelei verwickelt, kann bald beim Bäcker bezahlen und bastelt ein Fernglas aus Klopapier. 

Illustration: Yayo Kawamura in: "Viele schöne Schulgeschichten" / Kerle Verlag

Illustration: Yayo Kawamura in: "Viele schöne Schulgeschichten" / Kerle Verlag
 
Illustration: Yayo Kawamura in: "Viele schöne Schulgeschichten" / Kerle Verlag

Ludwig erzählt mit seinen ganz eigenen Worten, wie es ihm am ersten Schultag und in der Schule so geht:

"Draußen regnet es, und es ist der erste Schultag, und mein Bauch will nicht in die Schule gehen. Der ist ganz zittrig. 
"Kind, du musst etwas essen", sagt Mama.
Oh, nee, lieber nicht!

Der Weg zur Schule ist weit, und Mama hält meine Hand. Den ganzen langen Weg. Mama kann das am besten!
In der Schule sind dann so viele Kinder, dass ich gar keinen mehr sehe. Nur noch Haare und Schultüten und Röcke von Mamas und Filmkameras mit Papas dahinter. ...
Später gehen wir ins Klassenzimmer. Alle schnappen sich ihren Schulranzen. ... Aber stellt euch das vor: Meiner ist weg! Mein schöner neuer Schulranzen mit den Flugzeugen drauf ... "

(Copyright: Barbara Rose / Kerle Verlag)

Aller Anfang ist schwer, doch Ludwig setzt sich durch. 

Illustration: Yayo Kawamura in: "Viele schöne Schulgeschichten" / Kerle Verlag

Wie es mit ihm weitergeht, steht in meinem Buch 
`Viele schöne Schulgeschichten´ 
mit Illustrationen von Yayo Kawamura, Kerle Verlag.

Genau richtig zum ersten Lesen oder zum Vorlesen für alle Erstklässler. Ich wünsche allen neuen Schülern eine schöne Einschulung und eine wunderbare Schulzeit!

Wundertütentage
wünscht Frau Rose

Montag, 29. August 2016

3 geniale Sundowner für Große und Kleine



Ein herrlicher Sommerabend. Langsam geht die Sonne unter. Für mich die schönste Zeit des Tages. Zumindest im Sommer. Zeit für einen Sundowner, ein cooles Getränk für Große und Kleine. Ganz ohne Alkohol!


Flotter Hugo 

350 ml Ginger Ale
  70 ml Holunderblütensirup
    1 in kleine Ecken geschnittene Limette
450 ml Mineralwasser
in eine Karaffe füllen, kurz vermischen und auf Gläser verteilen.
Mit frischer Minze, Strohhalm und reichlich Eiswürfeln servieren.

Hot Red

 20 ml Granatapfelsirup
200 ml roter Traubensaft
 20 ml Schwarzer-Johannisbeer-Nektar
in eine Karaffe schütten, kräftig durchmixen und auf zwei Gläser verteilen, einige Eiswürfel hinzufügen. Mit einer Johannisbeer-Rispe oder ein paar Erdbeeren auf einem Spießchen garnieren.


Abendrot (super für Kinder)

je 2 cl Limettensirup und
    8 cl Kirschnektar
in ein Cocktailglas oder eine Miniflasche mit Strohhalm füllen, Eiswürfel dazu geben und verrühren.
Das Glas mit Ginger Ale auffüllen und mit einer Cocktailkirsche, einem Stück Orange oder Zitrone und einem Strohhalm garnieren. Bei der Mini-Flasche einfach Deckel schließen und servieren.




Wundertütentage
wünscht Frau Rose