Donnerstag, 19. Oktober 2017

Zauberhaftes Kochen mit Kindern

 

Ich freue mich!
Ich freue mich darüber, dass die Kinder, denen ich auf meiner derzeitigen Lesereise (sorry, deshalb auch die etwas längere Pause :-) aus meinem neuen Buch "Camillas geheime Zauberküche" vorlese, so viel Spaß daran haben. 



Den Kinder gefällt nicht nur die Geschichte, sondern - und das überrascht mich - fast alle haben Spaß am Kochen!
Sie interessieren sich für die Gewürze aus aller Welt, die in Camillas Koffer stecken ...



... sie fragen neugierig danach, was Koriander oder Ingwer ist, möchten genau wissen, wofür man Basilikum oder Chili verwenden kann. 
Apropos Chili:  Die trägt nicht nur Camilla, die zauberhafte, magische Köchin in meinem Buch ...


... Chili ist auch der absolute Hit in der Lieblingsszene der Kinder: 
Missi, die Hauptperson in der Geschichte, will in der Schulküche Pfannkuchen zubereiten. Leider hat ihr Papa, Chefkoch Hannes Zuckerschwert - verpeilt wie er nun mal ist -,  Missi eine komplett falsche Zutat mit in die Schule gegeben. Megascharfe Chili, in feine Stückchen geschnitten, statt feiner Früchte. Was für ein Glück ... oder was für ein Pech, dass Missis Lehrer Herr Hoppenlau die erste Portion von Missis scharfen Pfannkuchen probiert: 


Hier der entsprechende Auszug aus dem Buch:

"Lächelnd schnappte sich der Lehrer einen Zahnstocher vom Teller. Er steckte das Pfannkuchenröllchen in den Mund und kaute energisch. Missi beobachtete ihn genau, und auch die anderen Schüler sahen ihrem Lehrer interessiert zu. Herr Hoppenlau starrte erst auf den Zahnstocher in seiner Hand. Dann auf den Teller mit den Röllchen. Dann auf Missi.
"Und?", fragte sie.
"Öchz." Herr Hoppenlau schluckte.
"Öchz?" Missi lächelte zaghaft.
Herr Hoppenlau deutet auf seinen Mund. "Chuuuuah!"
"Chuuuuah?", wiederholte Missi. "Was meinen Sie damit?"
In diesem Moment wich sämtliche Farbe aus Herrn Hoppenlaus Gesicht. Von einer Sekunde zu anderen wurde er erst aschfahl. Dann mausgrau. schließlich leicht grünlich.
Wie ein vermoderter Pilz sieht er aus, schoss es Missi durch den Kopf ... "

(Copyrigth: Oetinger Verlag/ Barbara Rose)

Der arme Herr Hoppenlau! Aber er gibt mir genug Anlass, um mit 
den Kinder übers Kochen zu sprechen. Sie diskutieren mit mir über Rezepte, erzählen von ersten Erfolgen beim Kochen. Aber manche berichten auch, dass sie noch nie mit den Eltern, geschweige denn allein etwas gekocht haben. Noch nicht mal Rührei!
Ob wir den Kindern manchmal einfach zu wenig zutrauen


Wundertütentage wünscht
Frau Rose


Montag, 28. August 2017

Der Zauber der letzten Sommertage


Tagsüber Sommer mit Hitze, Leben im Freien, Schwimmen, großartigen SonnenuntergängenIn der Nacht bereits Herbst. Das ist der September
So langsam geht der Sommer zu Ende. Die Natur gibt noch einmal alles.  Farben leuchten so strahlend wie nie.
Höchste Zeit, um den Zauber der letzten Sommertage zu genießen.



Die beginnende Herbstfärbung, der erste Morgennebel, die Frische, mit der die Luft erfüllt ist, machen Lust auf die kommende Jahreszeit. Zum Zauber der letzten Sommertage passt ein Picknick mit Freunden oder der Familie, eine ausgedehnte Wanderung, eine Bootstour. 




Jetzt beginnt die Haupterntezeit für Äpfel und anderes Steinobst. Ob ein Apfel reif ist, merkt man, wenn er sich schon bei leichter Drehung vom Baum löst. Das passende Rezept für die letzten Sommertage

Apfel-Crumble:

150 g Butter langsam in einem Topf schmelzen lassen. 225 g Mehl, 75 g gehackte und 75 g gemahlene Haselnüsse, 130 g Zucker und eine Prise Salz mischen. Die abgekühlte, flüssige Butter dazugeben und die Mischung zu Streuseln verrühren. Den Backofen auf 180 Grad (Umluft) vorheizen. 1 kg säuerliche Äpfel schälen, entkernen und in kleine Stücke schneiden. Die Apfelstücke mit 2 El braunem Zucker und 1/4 Tl gemahlenem Zimt mischen. Eine Auflaufform mit Butter ausstreichen, die gezuckerten Äpfel hineingeben und mit den Streuseln bedecken. Im vorgeheizten Backofen 35-40 Minuten goldbraun backen. So schmecken Spätsommer und Frühherbst!



Der Zauber der letzten Sommertage steckt auch in den Abenden. Das Sonnenlicht ist jetzt besonders mild. Wenn es ruhig und kühler ist, kann man in manchem Garten die Igel rascheln hören. Große und kleine Wildtiere auf ihrer letzten sommerlichen Erkundungstour. 

Fritz Stachelwald

Bei Nacht und Nebel durch den Park
marschiert der Polizist Hans Stark.
In einem Strauche rührt sich was.
Ein Niesen, Schnaufen. Was ist das?
"Heraus!- Ich schieße! - Wird es bald?"
Zum Vorschein kommt Fritz Stachelwald.
"Ach Igel, du streifst noch herum?
Das darfst du gern. - Entschuldigung!"

(Josef Guggenmos)


Wundertütentage
wünscht Frau Rose

Donnerstag, 27. Juli 2017

Survival Training


Die letzte Lesung ist vorbei. 




Kinder, Schulen, Büchereien, Veranstalter verabschieden sich in die Sommerpause.

Lesungsfreie Zeit. Bis in den Herbst hinein.
Schreibzeit.
Endlich!

Ich atme auf.
Obwohl ich wirklich gern vorlese, genieße ich es auch, mal nicht durch die Lande zu reisen. Inzwischen Routine, aber ich erinnere mich immer noch bestens an meine Anfänge. Und noch immer ist Lesen manchmal ...

Survival-Training!




„Guten Morgen, Frau Rose. Ich bin Frau Müller, ich rufe von der Grundschule … an. Sie lesen? Vor Kindern?“, fragt mich die freundliche Lehrerin am Telefon. "Also ... auch vor Jüngeren? Um nicht zu sagen ... vor den Jüngsten?"

Ich bin leicht irritiert, denn würde ich nicht lesen, hätte ich mich wohl nicht auf die Autorenliste setzen lassen, die an Schulen verschickt wird. An Schulen, die einen Autor suchen, der den Schülern vorliest.

„Jaha“, erkläre ich etwas gedehnt, weil verschüchtert, denn es ist meine erste Schullesung, und ich will nett und freundlich rüberkommen.

„Sehr gut, sehr gut“, sagt die Lehrerin. „Ich habe mir Ihre Bücher im Internet angesehen. Wir nehmen das Dings mit dem Mädchen und der Mutter. Sie wissen schon.“

Oh, sehr konkret gesagt, denke ich. Aber das sage ich nicht, denn ich will ja - wie schon erwähnt - nett und freundlich rüberkommen.

„Mein Buch Ich tausche meine Mama um. Meinen Sie das?“

Jaja“, erklärt die Lehrerin. „Meinetwegen. Ja, ich glaube schon. Auf jeden Fall sollen Sie vor der Klassenstufe 1 und 2 lesen … "
Schweigen.

„Hallo?“, frage ich ins Telefon. „Sind sie noch da?“

„Bin ich", antwortet Frau Müller. "Haben Sie mich auch gut verstanden? Ich sagte Klassenstufe 1 und 2 …!"
Erneutes Schweigen. 
Frau Müller räuspert sich. "Und? Frau Rose?"

Ich raufe mir am Telefon die Haare. Verdammt. Ich ahne, dass ich gerade die geheimen Signale der Dame nicht richtig zu deuten vermag. Klassenstufe 1 und 2, muss ich mich da fürchten? Fressen Kinder Autoren? Oder ihre Bücher? Oder muss ich jetzt ein lustiges Gedicht aufsagen, damit die Lehrerin weiß, dass ich geeignet bin. Oder …?

„Gut. Dann ist das ja klar. Wir bereiten eine kleine Gruppe für Sie vor, das Honorar steht fest. Montag dann um 8 Uhr, die Adresse schicke ich noch. Wollen Sie Bargeld oder stellen Sie eine Rechnung.“

Fangfrage, was? Ups, darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Schleppen Autoren immer Koffer voll Bargeld durch die Gegend, um die verdienten Millionen später auf schwarze Konten zu transferieren? Eigentlich hatte ich mir so ein schönes Rechnungsformular gebastelt, aber vielleicht ist das unprofessionell? Oder eher sehr professionell?

„Ich … äh … stelle eine Rechnung. Wie immer.“
Yes! Bin ich aber locker drauf!
Kommt alles von meinem Lebensmotto: Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit.Wirkt super. 
Die Lehrerin verabschiedet sich höflich und legt auf. 
Mein T-Shirt ist tropfnass, aber ich habe meine erste Schullesung eingetütet. 
Bingo.



 Zwei Wochen später fahre ich in der Grundschule vor. Mein Buch habe ich unter den Arm geklemmt, ich bin vorbereitet. Als ehemalige Radiosprecherin ist es ja sowieso fast ein Klacks für mich, vorzulesen.

Als ich an der Turnhalle vorbei laufe, dröhnt ohrenbetäubendes Schreien daraus. Ach nett, denke ich noch, die Kinder tollen hier richtig herum. Schön, sicher so eine dieser bewegten Schulen, wie das jetzt heißt.

Im Sekretariat versuche ich die nette Dame, die mit Kopfhörer vor dem Computer sitzt, durch Blickkontakt auf mich aufmerksam zu machen. 
Ohne Erfolg. 

Ich klopfe ein kleines bisschen auf die Theke, denn ich will ja nett und freundlich rüberkommen. 
Sie hört mich nicht. 
Ich winke, lächle, huste, sehe auf die Uhr, winke noch einmal.
Sie hört mich nicht.
Ich hüpfe wie Rumpelstilzchen auf und ab, in der Hoffnung, dass sie mich bemerkt. 
Tut sie aber nicht, und die Zeit rennt! 
Entschlossen stelle ich mich hinter sie und tippe ihr sachte auf die Schulter.

Hilfe! Haben Sie mich aber erschreckt. Also so geht das nicht, meine Dame. Wenn alle Eltern hier hineinplatzen und mich bei meiner Arbeit stören würden, wo kämen wir denn da hin?“
„Ich bin aber keine Mutter, ich …",  fange ich höflich an.

„Mutter, Tagesmutter, ganz egal. Wir haben Bürozeiten, und die stehen vorne an der Tür.“
„Aber …“
Kein Aber!“
"Ich kann mich nicht an die Bürozeiten halten, denn ..."
"Typisch! Das sagen sie alle. Aber wozu sind Bürozeiten denn da, wenn sich keiner daran hält?"
"Aber ..."
"Kein Aber habe ich gesagt!"
„Ähm. Ich bin doch die Autorin!

Sie mustert mich streng. „Wieso haben Sie das denn nicht gleich gesagt? Kommen Sie, die warten schon längst, ist ja auch schon reichlich spät.“
Ich nicke verschüchtert und laufe der beschäftigten Dame hinterher. Quer durch das Schulhaus Richtung … Turnhalle.

„Äh, wie viele Kinder sind es denn?“, flöte ich sanft.
140, ein paar sind krank geworden“, erklärt die Sekretärin und hält mir die Tür auf. „Alles Klassenstufe 1 und 2. Wir haben ewig gebraucht, bis wir jemand gefunden haben, der für dieses Alter lesen möchte. Na, Sie sind ja echt mutig. Leider hat kein Lehrer Zeit, um dabei zu sein. Ist ja aber auch ein Kinderbuch, nichts für uns Erwachsene. Sie schaffen das schon. Und bitte - Tür zulassen, wir wollen unsere Ruhe haben. Wir müssen schließlich arbeiten.
Viel Spaß!“





Wundertütentage
wünscht Frau Rose

Dienstag, 13. Juni 2017

Geheime Zauberküche für Kinder

Die Pause war lang ...



... aber dringend nötig.

Denn in der Zwischenzeit habe ich Rezepte gesammelt, Tische gedeckt und zum Essen eingeladen. Vor allem aber habe ich gekocht. Hauptsächlich mit Kindern!
Das Ergebnis dieser Arbeit darf ich nun endlich vorstellen:

Magisch wie Mary Poppins, genial wie Jamie Oliver (schreibt zumindest der Oetinger Verlag :-) und mit tollen Rezepten zum Nachkochen als Extra! 


Worum es in dem Buch geht?

Kochen ist doch keine Kunst, oder etwa doch? Der Gasthof `Zur Linde´ steht kurz vor dem Aus, denn Missis Vater ist als Koch eine allzu experimentierfreudige Niete. 
Rettung naht in Gestalt der ziemlich ungewöhnlichen Tante Camilla. Mit ihrem geheimen Kochbuch zieht sie direkt bei den Zuckerschwerts ein. Sie weiht Missi und ihren Freund Theo in die Magie des Kochens ein. Und als sich herumspricht, dass Camillas Kochkünste wahre Wunder bewirken können, füllt sich der Gasthof endlich wieder mit Leben. Ob Camillas Kochkünste auch Theos Eltern helfen können, die sich ständig streiten? 



Wer mit Kindern kocht oder einfach nur ein gutes Essen zubereitet und den Tisch schön deckt, der merkt es sofort: Kochen hat eine enorm entspannende und beruhigende Wirkung. Außerdem kann man sich in schöner Atmosphäre ganz wunderbar unterhalten. 




Gerade für das Kochen mit Kindern gibt es jede Menge Tricks und Kniffe, Geheimnisse und Überraschungen. Für mein neues Buch habe ich Kochbücher gewälzt, Rezepte aus der ganzen Welt zusammengetragen und nachgekocht. Ich habe Kräuter, Gewürze, Obst und Gemüse aus allen Kontinenten und in allen möglichen Zubereitungsformen probiert. Herrlich!



Ich beginne mit einem ganz einfachen, leckeren Rezept. Ideal zum Nachmachen für Familien oder größere Kinder:

Der sommerleichte Tomatensalat
aus Camillas geheimer Zauberküche:

Rote Tomaten kennt jeder. Aber wusstet ihr, dass gelbe Tomaten viel weniger Säure als die beliebten roten Kirsch- und Cocktailtomaten haben? Außerdem schmecken sie wunderbar!

Rechnet bei diesem Rezept pro Person mit etwa vier Tomaten. Schneidet diese in Würfel oder Scheiben, ganz wie ihr möchtet. 

Zur Abwechslung gibt es ein leichtes Salatdressing ohne Essig:
Dazu 1-1,5 El Olivenöl, einen halben El Zitrone, einen halben El Honig, Salz und weißen Pfeffer (für Kinder besser geeignet, da er nicht so auffällt!) in einer Schüssel verrühren. Die Tomaten dazugeben. Erst kurz vor dem Servieren den Salat vermischen. Wer mag, streut noch frischen Schnittlauch darüber. 

Bald mehr aus Camillas geheimer Zauberküche!

Wundertütentage
wünscht Frau Rose

Dienstag, 2. Mai 2017

Ein Plädoyer für die Langweile

Mir ist sooooo langweilig! 
Was soll ich machen? 
Mir fällt gar nichts ein?

Diese genervten Aussprüche kennt wohl jeder, der Kinder hat. Was also tun? Sofort den Fernseher anschalten, den CD-Player holen, einen Ausflug machen oder die Spielesammlung auspacken?


Dabei könnte alles so einfach sein. 
Einfach mal nichts tun.
Gar nichts ... und zulassen, wie die Fantasie sprudelt.

Wie bei den Kindern in meiner folgenden Geschichte. Sie gehört zu den Siegern bei einem Schreibwettbewerb mit dem Titel "Was sollen wir machen?":



Ein richtig schöner Nachmittag

„Was sollen wir machen?“
„Keine Ahnung. Fällt dir was ein?“
„Nö.“
„Ich weiß auch nix.“
„Wir könnten Kaufladen spielen.“
Gelächter.
„Kaufladen! Das ist Babykram.“
„Echt nur für Pupsis.“
„Ihr seid doof. Das ist doch lustig. Mein Onkel, der hat einen Supermarkt. Da habe ich am Samstag geholfen.“
„Toll. Und?“
„Das war echt spannend! Da ist eine Frau reingekommen, die wollte fünfzehn Kokosnüsse haben. Mitten im Winter!“
„Und was ist da jetzt das Besondere dran?“
„Hey, die wollte fünfzehn Kokosnüsse kaufen. Auf einmal. Und sie war nicht allein. Die hatte echt total verrückte Typen bei sich.“
Stille.
„Was für Typen?“
„Affen. Fünf Affen. Echte.“
„So ein Quatsch!“
„Jetzt lügst du, oder?“
„Wenn ich es doch sage. Fünf Affen hatte die bei sich. Einer saß auf ihrem Rücken, zwei in ihrem Einkaufskorb
und zwei sind gelaufen.“
„Gelaufen? Auf zwei Beinen oder wie?“
„Genau.“
„Wow, dann waren die ja riesig!“
„Klar, das waren Menschenaffen.“
„Ist ja irre!“
„Der Typ schwindelt doch wie Sau!“
„Ich schwör´s. Mein Onkel und ich konnten uns kaum halten vor Lachen. Aber wir haben der Affentante dann die Kokosnüsse besorgt. Das hat ein bisschen gedauert, und deshalb haben wir sie ihr nach Hause gebracht.“
„Und?“
„Die hat in einem riesigen Haus gewohnt. Da standen überall Palmen rum, so ganz große. Und Seile waren durch das ganze Haus gespannt, da haben die Affen dran geschaukelt. Mindestens zwanzig!“
„Lügner!“
„Wenn ich ´s euch doch sage! Die Frau wollte die Kokosnüsse, weil einer von den Affen Geburtstag hatte. Die hatte überall Luftballons aufgehängt, und die Affen haben damit gespielt. Und Kokosnüsse gefuttert und wilde Sachen gemacht. Ich sage euch, das war so cool. Die Affentante hat uns dann eingeladen ins Haus. Und wir haben mit Kokosnüssen und Fanta Geburtstag gefeiert,  mein Onkel und ich und die ganze Affenbande.“
„Und die Affen? Haben die auch Fanta getrunken?“
„Nee, natürlich nicht. Da fällt mir ein. Ich habe tierisch Durst. Kriegen wir was zu trinken?“
„Super Idee.“
Tür auf, Tür zu, Kühlschrank auf, Kühlschrank zu,
Gläserschrank auf, Gläserschrank zu.
„He, trink doch nicht so schnell.“
„Und du verschüttest ja alles, pass doch auf.“
„Stell dich nicht so an, ist doch nur Apfelsaft.“
„Hast du ´ne Meise? Das ist nicht einfach Apfelsaft!“
„Schmeckt aber so.“
„Dann pass mal auf, dass du dich nicht vergiftest.“
Prusten.
„Spinnst du jetzt oder was?“
„Nee, der Apfelsaft könnte vergiftet sein. Den hat meine Mutter nämlich bei einer echt seltsamen Frau gekauft.“
„Wieso seltsam?“
„Die kam hier mit so einem Handwägelchen vorbei, gestern. Und hat selbst gemachten Apfelsaft verkauft. Total billig. Weil eine Flasche, hat die gesagt, eine Flasche könnte vergiftet sein. Aber das wäre dann ein ganz blöder Zufall, das könnte sie sich gar nicht vorstellen, dass das gerade uns passieren würde. Auf jede Fall würden wir ihn deshalb als Sonderangebot kriegen.“
„Willst du uns verarschen?“
„Nee, echt. Die hat voll seltsam ausgesehen, wie so ne Hexe. Die hat erzählt, dass sie schon seit vielen hundert Jahren Apfelsaft macht. Davor hat sie gezaubert und so. Und ganz früher, da hat sie dem Schneewittchen vergiftete Äpfel angeboten.“
Gelächter.
„Lacht ihr nur, aber, das ist wahr! Von den dämlichen Giftäpfeln wären ein paar übrig geblieben, und aus denen hat sie aus Versehen auch Saft gemacht.“
„Hahaha. Sehr witzig.“
„Hab ich auch erst gedacht. Aber lies mal, was auf der Flasche steht.“
„Hexenhäuschen. Bester Apfelsaft aus eigener Herstellung. Seit vielen Jahrhunderten.“
Stille.
„Komm, das hast du da jetzt schnell draufgeschrieben, oder?“
Scheppern.
„Hier. Noch vier Flaschen. So schnell kann ich ja wohl nicht schreiben, oder? Stimmt also.“
„Wieso kauft deine Mutter denn so einen Scheiß?“
„Mann, die waren billig.“
„Äh, ich habe keinen Durst mehr, glaube ich.“
„Ich auch nicht.“
„Und was machen wir jetzt?“
„Puh. Schwierig.“
„Echt keine Ahnung.“
“Wir könnten zu dir gehen und Computer spielen.“
„Au ja.“
„Super Idee.“
„Spitze.“
„Ach nee, lieber nicht. Unser Computer geht grade nicht.“
„Ist der kaputt oder was?“
„Nee, der schläft. Und da müssen wir ihn in Ruhe lassen, der ist nämlich sauer.“
„Der Computer?“
„Jaja, genau.“
„Du tickst doch nicht mehr richtig.“
„Wirklich, der ist stinkesauer. Und wenn wir ihn nicht in Ruhe lassen, dann frisst der uns noch auf.“
„So ein Käse!“
„Ein Computer kann nix auffressen.“
„Kann er wohl! Gestern hat er meinen großen Bruder in
sich reingezogen. Ich habe schon gedacht, jetzt ist der weg, mausetot. Aber der Computer hat ihn dann wieder ausgespuckt. Danach hat er aber überall blaue Flecken und Kratzer gehabt, mein Bruder.“
„Das glaube ich dir nicht.“
„Wieso soll so ein Computer einen auffressen?“
„Weil der mal seine Ruhe haben wollte. Mein Bruder sitzt da den ganzen Tag davor und hackt auf den Tasten rum. Und das ist dem Computer zu blöd geworden. Der wollte mal seine Ruhe haben. Aber mein Bruder hat nicht aufgehört.“
„Und da hat ihn der Computer ordentlich vertrimmt, was?“
„Genau.“
„Ich lache mich tot.“
„Guckt mal. Da läuft mein Bruder.“
„Was glotzt ihr? Noch nie ein paar blaue Flecken gehabt?“
Haustür knallt.
„Hätte ich nicht gedacht, dass das stimmt mit dem Computer.“
„Hmm.“
Schweigen.
„Mensch, jetzt ist es aber spät geworden. Ich muss heim.“
„Ich auch.“
„Wartet, ich komme mit.“
„Und morgen? Machen wir da wieder was zusammen?“

 (Copyright: Barbara Rose )  


Wundertütentage
wünscht Frau Rose